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Günter Kolb
Otto Wagner und die Wiener Stadtbahn
Teil I: Textband; Teil II: Abbildungsband
480 und 280 S., 445 Abb. EUR 60,- ISBN 978-3-89235-029-3
 
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Im Jahre 1894 wurde Otto Wagner (1841-1918), Österreichs bedeutendster akademischer Architekt der Jahrhundertwende, mit der künstlerischen Gestaltung der Wiener Stadtbahn beauftragt, eines innerstädtischen Massenverkehrsmittels für die expandierende Metropole der Donaumonarchie. Als Ergebnis seiner Bemühungen um diese technische Bauaufgabe entstand in einer bewundernswerten Kraftanstrengung innerhalb von nur sechs Jahren nach seinen Plänen ein großstädtisches Verkehrsbauwerk, das zu den Schlüsselwerken moderner Architektur um 1900 zählt.
Der Bau der Wiener Stadtbahn durch die öffentliche Hand als integraler Bestandteil von umfassenderen Maßnahmen der Stadthygiene, die tendenziell das gesamte Wiener Gemeindegebiet übergriffen, steht dabei am Ende jahrzehntelanger erbitterter Auseinandersetzungen und Diskussionen um städtebauliche und stadtbaukünstlerische Fragen. Wagner war an diesen seit seiner Mitarbeit an einem Stadftbahnprojekt zu Beginn der 70er Jahre führend beteiligt. Das prädestinierte ihn bei seinem Selbstverständnis als Künstler sowie bei seiner künstlerischen Praxis geradezu für die gestalterische Bewältigung dieser ungewohnten technischen Bauaufgabe, die bis dato eine Domäne des Ingenieurs darstellte. Für Wagner ist die Stadtbahn als Verkehrsbauwerk Teil der vom Menschen geschaffenen Stadtlandschaft, deren Gestaltung deshalb eigenen Regeln – der Ästhetik – gehorchen muß. Das Bemühen um eine moderne, der technischen Aufgabe gemäßen Formensprache befähigte ihn darüber hinaus zur raschen Abkehr von den Formen historistischer Architektur und beförderte nach einer Phase des Suchens die Entwicklung seines souveränen Spätstils um 1900. |
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